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Frau Maria Novotny

 

Vor gut 5 Jahren habe ich meinen früheren Wohnort im 7. Wiener Gemeindebezirk eingetauscht gegen mein jetziges Daheim im St.Carolus-Altersheim in der Gentzgasse im 18. Bezirk.

 

 

Es war kein sogenannter „Abstieg“ für mich, denn beide Bezirke gelten ja doch als „Nobelbezirke“ Wiens. Eigentlich ist dieser Wechsel zu einem „Aufstieg geworden“ und das im wahrsten Sinne des Wortes: Denn zuerst musste ich wegen meines Knieleidens den 2. Stock mühselig erklimmen, während ich jetzt im 3. Stock wohne, diesen aber für mich mühelos mit dem Aufzug erreichen kann.

 

Aber es gibt noch vieles andere, das mich hier im Heim sehr froh und glücklich macht. Dazu gehört die ganze Atmosphäre dieses Hauses, die vor allem getragen wird durch den Geist der „Borromäerinnen“, der barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus, unter dessen besonderem Schutz eben auch dieses Altersheim steht. Man spürt intensiv, dass es hier darauf ankommt, Gott in seinen Geschöpfen zu achten, zu lieben, ihnen zu helfen und gerade damit die doch meist letzte Phase des Lebens dieser älteren Menschen so angenehm als möglich zu

 

gestalten. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass diese Menschen in ihren Wohneinheiten bleiben können, bis sie von Gott in sein Reich abberufen werden. Schon einige Male habe ich es miterleben dürfen, wie umsorgt und begleitet sich diese sterbenden Menschen im allerletzten Stückchen ihres irdischen Lebens fühlen dürfen.

Für die meiste der Pensionäre, und ich selbst gehöre da ganz intensiv dazu, ist aber eines der größten Geschenke unseres Heimes die Existenz einer wunderbaren Kirche, die natürlich nicht nur von den geistlichen Schwestern besucht wird, sondern auch Tag und Nacht für uns Bewohner offen steht und eine intensive Einladung darstellt, zum Besuch der täglichen heiligen Messe, zur Anbetung und vor allem auch zum Gespräch ganz persönlich mit Christus im Tabernakel. In dieser Lebensphase ergibt sich dann doch auch dazu die Zeit , und die Erfahrung zeigt, dass dies das Herzstück des Hauses ist.

Und man sollte gar nicht meinen, dass nicht auch Lachen und Humor besonders gefragt sind; oder auch Konzerte verschiedenster Art, Lichtbild- bzw. Videofilmvorführungen und verschiedene Gruppenangebote. Beim Faschings- und Sommerfest gibt es köstliche Unterhaltungsmöglichkeit, beim Advent- bzw. Weihnachtsfest Besinnliches, meist von den Heimbewohnern selbst dargebracht. Da kann die Freude und Fröhlichkeit auch den älteren Menschen herausgelockt und gezeigt werden.

Erwähnen möchte ich auch noch unseren wunderbaren Garten, der von manchen Bewohnern von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang – fast möchte ich sagen – angebetet wird.

Mir ist es bald einmal nach meinem Einzug in diesem Altenheim bewusst geworden, dass ich mich in meinem bisherigen Leben noch nie so richtig daheim gefühlt habe wie hier. Und was kann man sich Schöneres wünschen für die doch bedeutenden letzten Lebensjahre, als sich in dieser Geborgenheit wohl zu fühlen als Vorahnung dessen, worauf wir doch alle zugehen in die ewige Herrlichkeit der Liebe Gottes.

Wir Bewohner haben wohl eine große Sorge gemeinsam mit den geistlichen Schwestern: dass Gott junge Menschen ruft, die sich dazu bereit erklären, ihr Leben ganz in den Dienst der Liebe zu Gott und zu seinen Geschöpfen zu stellen, damit Ihm die Ehre und uns, den Alten auch weiterhin ein so schöner, friedvoller Lebensabend geschenkt werden kann. Möge Gott es geben! Auch wir bitten Ihn darum von ganzem Herzen.

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